Jenseits des noch Gewöhnlichen
Meine Webseite zum Thema Solar- und Windenergie, auch für Adelebsen und Umgebung

Meine 400 Watt Balkonsolaranlage
Mitte Dezember 2026 habe ich meine kleine, standardisierte 400 Watt Balkonsolaranlage ein Jahr in Betrieb.
Für die Neugierigen: Zuerst habe ich mir eine Genehmigung vom Vermieter meiner Wohnung für den Anlagenbau geben lassen (stimmen technische Voraussetzungen, wie und wo befestigen, wo wird eingespeist). Diese Mehrwertsteuer-freie, standardisierte Balkonsolaranlage hat komplett mit Geländerhalterungen, Mikrowechselrichter, Solarpanel und allen Anschlußkabeln inklusive Lieferkosten 240 € gekostet. Den Aufbau habe ich selbst erledigt, beim einhängen des großen Solarpanels hat mir ein Freund geholfen. Der Zeitaufwand betrug insgesamt 3 Stunden.
Die vorgeschriebene Anmeldung im Marktstammdatenregister war Internetbasiert und sehr einfach.
Der von mir geplante Amortisierungszeitraum beläuft sich auf ca. 2 Jahre und 6 Monate.
Ich habe diese kleine Anlagengröße nach Rücksprache mit Fachleuten der Uni Kassel gewählt. Als Einzelperson habe ich eine "geringe" Grundlast im Stromverbrauch meiner Wohnung (Kühlschrank, Gefrierschrank, Telefonrouter als einzige, ständige Stromverbraucher) und hätte durch eine Standard-Balkonsolaranlage mit 800 Watt Einspeisung eine hohe, nicht selbst genutzte Leistungsausbeute. Die Kosten für die Anlage wären dann wesentlich höher gewesen (ca. 450€) und ich könnte von der höheren Stromerzeugung kaum etwas nutzen. Dieser nicht selbst genutzte Überschuss kommt somit meinem Netzbetreiber kostenfrei zu Gute.
Dies könnte ich ändern indem ich einen Stromspeicher dazu einbaue. Da diese im Anschaffungspreis zur Zeit doppelt so teuer sind wie meine gesamte Anlage würde sich die Amortisationszeit nach meinen Berechnungen auf ca. 8 Jahre erhöhen. Das ist mir als Privatanwender viel zu lang und wer weiss, was die technische und meine persönliche Entwicklung bis dahin bringt.
Was hat meine Anlage seit ihrer Inbetriebnahme bis heute gebracht? Gesamtenergieerzeugung beträgt heute, am 25.08.2026 (genau 8 Monate und 12 Tage Betriebszeit) 290 Kw/h, davon habe ich 153 kw/h dem Netzbetreiber (bei uns ist das die EAM) kostenfrei ins Netz eingespeist. 137 Kw/h habe ich von meinem selbst erzeugten Strom selbst verbraucht. Dies entspricht bei meinem Strompreis von 32,43 ct pro Kw/h inklusive aller Abgaben und Steuern Brutto einer Ersparnis von 44,42€. Meine Ein-Jahresprognose liegt jetzt bei einer Ersparnis von rund 60 €, das heißt die Amortisationszeit meiner 400 Watt Balkonsolaranlage ohne Energiespeicher liegt bei genau 4 Jahren und theoretisch mit Speicher bei 12 Jahren. Nach Ablauf des ersten Jahres werde ich diese Angaben aktualisieren.

Die volkswirtschaftlichen Auswirkungen durch den Ausbau erneuerbarer Energien
Der Energiemarkt ist stark in Bewegung und steht unter äußerst großem Veränderungsdruck. Der Klimawandel, dessen Wirkungen zunehmend spürbar werden, erfordert eine Beschleunigung der Energiewende. Der Krieg in der Ukraine und im Nahen Osten hat die Verletzlichkeit unserer Volkswirtschaft aufgrund einer zu großen Importabhängigkeit von fossilen Energieträgern sichtbar gemacht und große Energiepreissprünge ausgelöst. Die Diskussion um das Gebäudeenergiegesetz und die Einführung der Elektromobilität haben zudem gezeigt, dass es noch keinen ausreichenden Konsens in der Gesellschaft darüber gibt, wie die Energiewende gestaltet werden kann und soll.
Vor diesem Hintergrund wächst die Stromerzeugung mit Solarenergie mittels Photovoltaik- und Windanlagen in Deutschland und weltweit derzeit stark an und ist auf den Weg zu einer tragenden Säule der Stromerzeugung zu werden.
Das erste Halbjahr 2026 zeigt: Die Auswirkungen des Iran-Kriegs schlagen in Deutschland nicht auf die Strompreise durch!! Dies ist wirtschaftlicher Erfolg der Erneuerbaren mit günstigen Gestehungskosten und einem Anteil von 61,8 Prozent an der Nettostromerzeugung in Deutschland. Die Strompreise entkoppeln sich damit zeitweise von den Gaspreisen, das ist die wichtigste Botschaft aus der Strommarkt-Bilanz der Naturstrom AG des ersten Halbjahres 2026. Hätten die Gaskraftwerke nach dem Merit-Order-Prinzip allein den Strompreis bestimmt, wären die Stromkosten entsprechend deutlich gestiegen. Der Börsenstrompreis sank dagegen nach Kriegsbeginn auf 95,58 € pro Megawattstunde, da die erneuerbaren Energien ab März/April mit ihren günstigen Gestehungskosten die Preise drückten bzw. den Preisanstieg in den folgenden vom Iran-Krieg bestimmten Monaten moderat verlaufen ließ und läßt.
Quellen:
VDI-Nachrichten
Naturstrom AG

Erneuerbare und Flexibilitäten gemeinsam Denken
Erneuerbare und Speicher sind wie zwei "Bergsteiger", die sich gegenseitig mit einem Seil absichern. Den Berg können sie nur gemeinsam sicher erklimmen. Ist der eine schneller als der andere, kommt Spannung auf das Seil. Genau das passiert gerade im Markt. Was in der öffentlichen Diskussion zu wenig beachtet wird: Selbst ohne zusätzliche Speicher hat der Ausbau neuer Wind- und Solarkraftwerke bereits heute eine kostendämpfende Wirkung (siehe obiger Text). Das Interessante ist: Mit den Flexibilitäten – 20 Gigawatt mehr Speicherleistung sind gleich 5,5 Milliarden Euro Kosteneinspareffekte. Um den weiteren Ausbau bei Wind- und Solarenergie abzupuffern und die Spannung auf dem Seil der "Bergsteiger" zu reduzieren, brauchen wir weiterhin eine kontinuierliche Flexibilitätserschließung, die effektive Zone ("Sweet Spot" in Neudeutsch) liegt bei rund acht Gigawatt zusätzlicher Speicherleistung pro Jahr.
Warum Erneuerbare Energien auf Ackerflächen installieren?
Die Vorteile sind
- Klimaschutz: Erzeugung großer Mengen CO2-freien Solarstroms.
- Feste Einnahmen: Lukrative und langfristige Pachteinnahmen für Landbesitzer (oft 2.000 bis 6.000 Euro pro Hektar und Jahr).
- Bodenschutz: Der Boden wird unter den Modulen nicht mehr mit Pflanzenschutzmitteln und Düngern jeglicher Art belastet und kann sich über Jahre regenerieren, ebenso wie das Grundwasser in Quälität und Menge.
- Artenvielfalt: Häufige Anlage von extensiven Kräuterwiesen statt Monokulturen.
Die Nachteile und Herausforderungen sind
- Konkurrenz zur Landwirtschaft: Entzug von Flächen für den Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln.
- Veränderung des Landschaftsbildes: Große technische Anlagen prägen die Natur.
- Einschränkungen für Tiere: Bestimmte Vogelarten des Offenlands meiden vertikale Strukturen.
Eine mögliche Alternative für normale Photovoltaik-Anlagen sind
Agri-Photovoltaikanlagen (Agri-PV).
Bei der Agri-PV werden die Module hoch aufgeständert, sodass die darunterliegende Fläche weiterhin für den landwirtschaftlichen Anbau oder Tierhaltung genutzt werden kann. Das schützt Pflanzen zudem vor Hagel und extremer Hitze, ist in der Umsetzung aber teurer und bürokratischer.
Wer dazu näheres wissen will, den aktuellen Artikel des Heise Verlages im Internet dazu kann ich empfehlen:
https://www.heise.de/news/Pflanzen-ertragen-Verschattung-durch-Agri-PV-Anlagen-besser-als-angenommen-11417544.html
Quellen:
Naturstrom AG
Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE)
Umweltbundesamt

Was bedeuten Solarparks für Adelebsen und Umgebung
Im Frühjahr 2012 ist auf 26 Hektar für 25 Millionen Euro ein Solarpark auf dem ehemalige Sägewerksgelände entstanden. Das Solarkraftwerk hat eine Leistung von zehn Megawatt und versorgt damit 2500 Haushalte. Die CO-2-Ersparnis beträgt pro Jahr 5500 Tonnen. Und: Ein weiterer großer Vorteil für die Adelebser Bürger ist, das der Solarpark keinen Lärm erzeugt, ganz anders als das an diesem Standort befindliche, vorherige alte Sägewerk.
Für den Projektentwickler 3U, der den Solarpark mit Eigenmitteln angeschoben hat, ist der Solarpark unterhalb der Burg „ein Leuchtturmprojekt“. Der Vorstand und Gründer von
3U, Michael Schmidt hofft, dass Adelebsen der „Startschuss für weitere, qualitativ hochwertige Parks“ sein könnte. Inzwischen ist der Energiekonzern EON Betreiber dieses Solarparks.
Nun sollen zusätzlich zwei Solarparks von insgesamt mindestens 100 Hektar und insgesamt 116 Megawatt Leistung entstehen: nahe der Ortschaft Lödingsen mit 51 Hektar, ein weiterer bei Güntersen mit 49 Hektar (man beachte die erhebliche Leistungssteigerung der PV-Module von heute gegenüber 2012 pro Hektar Fläche). EDF Renewables Deutschland (EDF heißt Electricite de France, der staatliche Energieversorger Frankreichs) ist als Projektierer verantwortlich für die Entwicklung über die Errichtung bis zum Betrieb nach Fertigstellung der beiden PV-Freiflächenprojekte. Flächeneigentümer sind die Stiftung Burg Adelebsen sowie die Familie Graf Wolff Metternich. Für die Nutzung weiterer angrenzender Flächen laufen aktuell Verhandlungen mit den jeweiligen Grundstückseigentümern. Die Gemeinde hat im April 2024 den Aufstellungsbeschluss zum Beginn des Bauleitplanverfahrens gefasst. Der im September 2026 neu zu wählende Gemeinderat muss dazu beraten und einen entweder positiven oder negativen Genehmigungsbescheid fassen. Laut EDF liegt der besondere Fokus bei der Projektumsetzung auf der harmonischen Einbindung in die Natur und vergleichsweise geringer Sichtbarkeit für das Umfeld. Wertvolle Ökosysteme sollen erhalten bzw. ausgebaut und Flächen nachhaltig genutzt werden. Desweiteren würde der Gemeindehaushalt positiv von den beiden Solarparks profitieren. Nach Aussage von Bürgermeister Holger Frase bekäme Adelebsen pro Jahr ca. 400.000 € Ausschüttung vom Ertrag der Parks (siehe meine Seite "Kommunalwahl 2026 in Adelebsen". Der Haushalt könnte so einen erheblichen Geldzustrom realisieren ohne die Bürger mit weiteren Abgaben und/oder Steuern belasten zu müssen.
Die nächsten Tage geht es hier weiter - ich werde mit den Protagonisten direkt in Kontakt treten um "Ihre" Motivationen für dieses Projekt bzw. gegen dieses Projekt zu ergründen.
Update dazu vom 25.08.2026: Ich konnte die ersten Gesprächstermine vereinbaren. Nächste Woche werde ich hier meine Fragen und die jeweiligen Antworten veröffentlichen.
Mein nächster Interviewpartner ist ein Vertreter der projektierenden und betreibenden EDF.
Quellen:
HNA
EDF

Meine Fragen zu den in Adelebsen geplanten Solarparks an den Grundeigentümer
Graf Wolff-Metternich, die Stiftung Burg Adelebsen und seine Antworten
(in grüner Schrift) – mein Versuch Motivationen zu erfahren
Warum möchten Sie 100 Hektar Ihrer landwirtschaftlichen Nutzfläche an die EDF zur Solarparkerstellung und Nutzung längerfristig verpachten?
Seit Gründung der Stiftung ist die Ertragslage aus Land und Forstwirtschaft für Betriebe kontinuierlich schwieriger geworden. Gleichzeitig verändern sich die klimatischen Bedingungen bei uns, sodass Wetterextreme keine Ausnahme mehr sind. Extreme Trockenheit und Überflutungen durch Starkregen verursachen große Schäden in der Landwirtschaft. Dazu kommen die steigenden Energiekosten, die durch den Krieg in der Ukraine und dem Iran nochmal mehr gestiegen sind. Das macht nicht nur den Diesel, sondern auch Produktionskosten wie z.B. den Dünger teurer. Dagegen sind die Preise für landwirtschaftliche Produkte auf einem so niedrigen Niveau geblieben, dass es für viele Landwirte in diesem Jahr sehr schwierig sein wird, Gewinne zu erzielen.
In der Forstwirtschaft haben wir zunächst durch „Frederike“ viel Windwurf gehabt. Die extreme Trockenheit der Folgejahre hat dem Borkenkäfer ideale Lebensbedingungen geboten und große Teile des Baumbestands zerstört. Aufgrund des daraus folgenden Überangebots am Holzmarkt, konnten wir das Kalamitätsholz nur mit Mühe kostendeckend aus dem Wald holen und verkaufen. Die Wiederaufforstung der Flächen ist enorm arbeitsintensiv und sehr teuer. Wir rechnen damit, dass wir mit etwas Glück auf diesen Flächen in etwa 30 Jahren wieder kostendeckend arbeiten können. Ernsthafte Einnahmen sind erst nach 60 Jahren zu erwarten. Das berücksichtigt aber noch nicht, dass auch fast alle anderen Baumarten wie Buche, Esche, Eiche, etc. unter der extremen Trockenheit sehr leiden und Schaden nehmen.
Gleichzeitig steigen die Erhaltungskosten für Burg, Schloß, Alte Kirche und die Gutshofanlage kontinuierlich. Es ist die Aufgabe der Stiftung , die Erhaltung und den laufenden Betrieb ausschließlich mit dem ihr zur Verfügung stehendem Stiftungskapital, also der Land- und Forstwirtschaft zu gewährleisten. Sie bekommt keine laufenden Zuschüsse aus staatlichen Steuermittel.
Aus diesem Grund muss die Stiftung neue Möglichkeiten finden, mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln nachhaltig genügend Einnahmen zu generieren, um ihrem Stiftungszweck erfüllen zu können.
Neben der Fläche der Stiftung habe ich auch eine meiner eigenen Flächen an EDF verpachtet. Ich bin in einem Aller, wo man über seinen Nachfolger nachdenken muss Meiner Ansicht nach ist es für die Stiftung extrem wichtig, dass ein Nachfolger die Möglichkeit hat, mit seiner Familie hier vor Ort zu wohnen, ein Auskommen zu haben und sich um die Anliegen der Stiftung zu kümmern. Die Stiftung ist nicht vorgesehen, dieses Auskommen zu bereitzustellen. Sie könnte es auch gar nicht. Die an EDF verpachteten Flächen sollen zumindest einen Teil dieses Auskommens sichern.
Warum haben Sie die vorgesehene Solarparkfläche in zwei Flächen geteilt von 49 Hektar bzw. 51 Hektar (1 Hektar sind 10.000qm)?
Auf einige Punkte, bin ich in der vorherigen Frage eingegangen. Ein weiterer, sind die verschiedenen Vorgaben, die beim Bau einer PV Anlage zu beachten sind. Da gibt es OK Kriterien, wie z.B. Schutzgebiete etc. aber auch verschiedene weiche Kriterien, an denen man sich orientieren kann. Ein immer wieder aufgegriffenes, weiches Kriterium sind Bodenpunkte. Tatsächlich ist die Bonität der Böden in unserer Gegend vergleichbar. Natürlich gibt es Unterschiede, die aber in der modernen Landwirtschaft keine gravierenden Unterschiede in der Bewirtschaftung oder dem Ertrag machen.
(Bodenzahl? Nachstehend die amtliche Definition: Die Bodenzahl bewertet die Bodeneigenschaften eines Ackerstandortes als ungefähres Maß der Ertragsfähigkeit. Zur Bestimmung der Bodenzahl werden drei Parameter herangezogen:
- Die Bodenart (= Körnungsklasse) des Profils als Mittelwert von der Oberfläche bis in einen Meter Tiefe.
- Die sog. "Entstehungsart" des Bodens, also das Ausgangsgestein.
- Die Zustandsstufe der Böden. Dieser Begriff gibt den Entwicklungsgrad an, den ein Boden bei seiner Entwicklung vom Rohboden über eine Stufe höchster Leistungsfähigkeit bis zur Degradierung erreicht hat.
Die Maßzahl gibt an, welcher Reinertrag auf einem Boden zu erzielen ist. Sie ergibt sich in Prozent des Reinertrages auf dem fruchtbarsten Boden in Deutschland (den Schwarzerdeböden der Magdeburger Börde), der gleich 100 gesetzt wird.
Als Bezugsgrößen bei der Aufstellung des Schätzungrahmens wurden die folgenden Klima- und Geländeverhältnisse sowie betriebswirtschaftlichen Bedingungen festgelegt: 8 °C mittlere Jahrestemperatur, 600 mm Jahresniederschlag, ebene bis schwach geneigte Lage, annähernd optimaler Grundwasserstand und die betriebswirtschaftlichen Verhältnisse mittlerer bäuerlicher Betriebe Mitteldeutschlands.
Weichen die Klima- und Geländeverhältnisse davon ab, so werden an den Bodenzahlen Zu- oder Abschläge vorgenommen; man erhält dann die Ackerzahl als Maßstab für den durch Ertragsfähigkeit und natürliche Ertragsfaktoren bedingten Reinertrag.
Die Bewertung der Acker- und Grünlandböden in Deutschland geht zurück auf die Bodenschätzung des Deutschen Reiches 1934)
Die beiden von mir, nach eingehender fachlicher Beratung, ausgewählten Solarparkflächen haben im Schnitt um die –53 Bodenpunkte. Natürlich gibt es innerhalb eines Schlags Abweichungen, doch können die arbeitstechnisch bei der Bewirtschaftung nicht berücksichtigt werden, weshalb man immer vom Durchschnitt des gesamten Schlags ausgeht. .
Ein weiteres, wesentliches Kriterium meiner Standortwahl ist eine möglichst geringe Belästigung der Anwohner. Deswegen habe ich mit meinem ausgewählten Betreiber EDF vereinbart, dass die Solarparks, soweit landschaftlich möglich außerhalb des unmittelbarem Sichtfeldes der Bevölkerung aufgestellt werden. Zusätzlich werden durch die Anpflanzung von Hecken ein effektiver Sichtschutz erreicht . Gleichzeitig werden unter den Solarfeldern Kräuter- und Blumenwiesen angelegt, die durch Schafe beweidet werden sollen und zweimal im Jahr gemäht werden sollen. Damit werden die Flächen einerseits extensiviert, gleichzeitig können sie weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden.
Wie Nachhaltig ist die Erstellung und der Betrieb der Solarparks?
Durch den stationären Aufbau und längerfristigen Betrieb der Solarparks wird bisher intensiv bewirtschaftete, landwirtschaftliche Fläche extensiviert. Die Paneelen der Anlage werden auf Ständern befestigt, die ohne Fundamente in den Boden gedrückt werden. Der Boden wird also nicht versiegelt, Es wird kein Dünger, kein Pflanzenschutzmittel, keine großen landwirtschaftlichen Maschinen, keine Gülle etc. benötigt. Böden und Grundwasser können sich über lange Zeit regenerieren und die Nitratbelastung baut sich ab. Dazu kommt noch, dass durch die zeitweise Verschattung durch die Paneele die Wasserverdunstung verringert wird.
CO²- Emmisionen werden nicht erzeugt durch Solarparks. Durch die Kräuterwiesen werden hochwertiges Futter und Heu für die Winterfütterung von Tieren erzeugt.
Sollte die Situation, von der so oft geschürten Angst vor Brotknappheit tatsächlich eintreten, so lässt sich die regenerierte Ackerfläche ohne weiteres wieder landwirtschaftlich bewirtschaften, da lediglich die Paneele abgebaut und die Ständer aus der Erde gezogen werden müssen.
Wichtig sind auch die finanziellen Vorteile für die Gemeinde. Für den Ort Adelebsen bring der Solarpart wesentliche Einnahmen. Wir gehen von ca. 420.000 €/Jahr mit Inbetriebnahme der geplanten Anlagen aus. Zusätzlich rechnen wir mit jährlichen Gewerbesteuern ab Jahr 13 mit von ca. 420.000€ bis zu ca. 700.000€. Die Gewerbesteuereinnahmen steigen mit zunehmender Tilgung der Investitionskosten.
Zum Schluss sollten wir aber unbedingt nochmal daran erinnern, dass es in erster Linie um unsere Verantwortung gegenüber den nächsten Generationen geht. Der Klimawandel ist erfahrbar und dessen Abhängigkeit vom CO² erwiesen. Es ist also höchste Zeit zu handeln.
Unemotional betrachtet, spricht daher vieles für den Bau der Anlagen.
Danke für Ihre Ausführungen, Herr Graf Wolff-Metternich
Meine Motivationsfragen an den Geschäftsführer Herrn Joachim Kelpe der
Windkraft Solling-Vorland GmbH & Co. KG
(die Antworten von Herrn Kelpe sind in der Farbe „Grün“ geschrieben)
Die Windkraft Solling-Vorland GmbH & Co. KG hat z.Zt. 147 Mitglieder und betreibt 3 Windkraftanlagen westlich von Göttingen auf der Dransfelder Hochebene. Mit einer installierten Leistung von 4,6 MW können etwa 2.900 Haushalte mit Strom versorgen werden. Die Mitglieder setzen in der Energieversorgung auf Bürgerbeteiligung, mit der die Wertschöpfung auch in der Region bleibt und unterstützen nach Möglichkeit die Initiativen vor Ort, die sich für eine 100% Erneuerbare Energieversorgung einsetzen.
1. Was war und ist Ihre Motivation Windenergie zu erzeugen?
Meine Motivation ist es „die Schöpfung zu bewahren“. Mittels Windenergie erzeugter Strom verbraucht keine konventionellen Energieträger wie Uran, Öl, Gas, Kohle, Holz etc. Er ist in riesiger Menge vorhanden, erzeugt auch keine Reststoffe wie CO², Radioaktivität, Asche, Abgase und Feinstäube, deren Beseitigung irgendwelche Probleme bereitet. Die konventionellen Energieträger werden also geschont zur eventuellen Nutzung durch unsere nachfolgenden Generationen.
2. Warum haben Sie den Standort Dransfeld und nicht Adelebsen gewählt?
Wir hatten gute Kontakte zu den kirchlichen Grundeigentümern und die Windausbeute stellte sich damals (1996) für uns gut dar. Außerdem gab es in Dransfeld viele Befürworter von Windenergieanlagen, ganz anders als in Adelebsen. Hier gab und gibt es eine vermutlich kleinere Gruppe die, sehr lautstark, negative Stimmung zu Windkraftanlagen zu verbreiten sucht. Meiner Kenntnis nach streben im Moment danach weitere Betriebe Windkraftanlagen auf den ausgewiesenen Grundstücken im Flecken Adelebsen errichten zu können.
3. Welche Vorteile haben Ihre Windkraftanlagen?
Zur Zeit betreiben wir 3 Windkraftanlagen eines führenden Herstellers, jeweils eine aus den Jahren 1996, 2001und 2016. Die Älteste erzeugt im Jahr ungefähr 720.000 kw/h. Die „Mittelalte“ erzeugt ungefähr 1.240.000 kw/h und die „Jüngste“ ungefähr 9.000.000 kw/h.
Der Flächenverbrauch für die 3 Windkraftanlagen ist im Gegensatz zu PV-Anlagen gleicher Leistung sehr gering.
4. Welche Nachteile haben Ihre Windkraftanlagen?
Die Anlagen müssen regelmäßig auf Grund der mechanischen Belastung gewartet werden und bei Mahd-Ereignissen und Vogelflug abgeschaltet werden. Diese gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten kosten einiges an Ertrag.
5. Was kommt für die Stadt Dransfeld an Einnahmen durch den Betrieb Ihrer drei Windkraftanlagen an Gewerbesteuer auf?
Unsere Gewerbesteuerzahlungen an die Stadt Dransfeld liegen pro Jahr im Schnitt der letzten Jahre zwischen 35.000€ und 55.000€.
6. Wie nachhaltig sind die Windkraftanlagen?
Die Lebensdauer von Windkraftanlagen beträgt in der Regel zwischen 20 und 30 Jahren,
danach müssen sie abgebaut und recycled werden.Die Verantwortung des Betreibers nach dem Bundesimmisionsschutzgesetz ist dabei maßgeblich und auch technisch erforderlich, da die große Diversität an Anlagen und Standorten maßgeschneiderte Rückbaukonzepte erfordert. So wird eine 100% Recyclingquote erreicht. Nachstehend eine leicht verständliche Erklärungsseite des Umweltbundesamt dazu: https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/produktverantwortung-in-der-abfallwirtschaft/windenergieanlagen-rueckbau-recycling-repowering.
Herr Kelpe, vielen Dank für Ihre Antworten.

Meine Motivationsfragen an Jan Prahm, Project Manager PV der
EDF power solutions Deutschland GmbH
(Die Antworten von Herrn Prahm sind in der Farbe Grün geschrieben)
Was ist die Motivation der EDF power solutions GmbH hier im Flecken Adelebsen zwei Solarparks zu planen und zu betreiben?
Die Klimaziele der deutschen Bundesregierung besagen, dass 80 Prozent unseres Stroms bis 2030 aus erneuerbaren Energien stammen sollen. Die EDF betreibt seit über 20 Jahren als verlässlicher Energielieferant und Partner mit wirtschaftlichem Erfolg Windparks in Deutschland. Zurzeit werden schrittweise 700 Megawatt installierte Leistung aus Windenergie repowered, das heißt durch Windräder mit modernster Technologie und höherer Energieausbeute ersetzt.
Gleichzeitig prüfen wir, ob unsere Anlagen mit Energiespeichern ausgerüstet bzw. ergänzt werden können, wenn dies Versorgungstechnisch möglich. Dies erfolgt nach den Vorgaben der regionalen Netzbetreiber, um Versorgungsprobleme durch z. B. fehlende Sonne in dunklen Jahreszeiten oder Energieüberschuss effektiv abzufangen und zu steuern.
In der Projektplanung hier in Adelebsen sind Energiespeicher von uns vorgesehen und werden vorausschauend mit eingeplant.
In welche Gebiete soll der in Adelebsen produzierte Strom geliefert und verbraucht werden?
Die Energieausbeute wird hier in das regionale Stromnetz des Netzbetreibers AVACON, einer Tochtergesellschaft der EON, eingespeist und dann hier im Adelebser Bereich vom Verbraucher genutzt, der nicht hier verbrauchte Teil an die Verbraucher im weiteren Umkreis wie Dransfeld, Uslar, Göttingen, Northeim zum Verbrauch weitergeleitet. Dieser Ablauf wird immer durch die physikalischen Grundsätze, nicht durch irgendwelche Steuerungstechnik, bestimmt.
Fazit: Der Strom wird also für die regionalen Verbraucher erzeugt und bereitgestellt.
Zur Erklärung meinerseits: Wie funktioniert unser Stromnetz in Deutschland:
Elektrischer Strom folgt dem Weg des geringsten Widerstands. Daher bekommen alle Verbraucher, die in geringer Entfernung zum Erzeugungsort liegen diesen Strom zuerst. Das deutsche Stromnetz ist über 1,9 Millionen Kilometer lang und versorgt Haushalte und Unternehmen zuverlässig mit Strom. Es gibt vier Spannungsebenen (Höchstspannungsnetz, Hochspannungsnetz, Mittelspannungsnetz und das Niederspannungsnetz), die durch Umspannwerke miteinander verbunden sind. So kann der Strom effizient verteilt werden. Die niedrigste Spannungsebene beträgt 230 Volt und sorgt dafür, dass wir den Strom im Haushalt nutzen können. Der Großteil des Stroms wird über Freileitungen über der Erde transportiert. Nur in wenigen Gebieten kommen Erdkabel zum Einsatz.
Quelle: EON AG
Welche Ausgleichsmaßnahmen möchte die EDF gemäß §13 - §15 Naturschutzgesetz für die Solarflächen auf landwirtschaftlich nutzbarer Fläche ergreifen und ab wann sollen die ersten Maßnahmen dazu erfolgen?
Durch die Anpflanzung von Wildhecken mit einer Mindestbreite von 6 Metern wird ein echtes Ökosystem mit großer Artenvielfalt geschaffen und für die Anwohner ein effektiver Sichtschutz erreicht. Gleichzeitig werden unter den Solarfeldern Kräuter- und Blumenwiesen angelegt, die durch Schafe beweidet werden können und zweimal im Jahr gemäht werden. Damit werden die Flächen einerseits extensiviert, gleichzeitig können sie weiterhin landwirtschaftlich im gewissen Umfang genutzt werden. Die Solarparks werden eingezäunt, der Boden-Zaunabstand beträgt mindestens 20 cm, damit kleine Tiere sich in den Anlagen bewegen können. Zudem werden ausreichend große Wildkorridore eingerichtet. Durch die Solarpaneele wird der Boden beschattet, was die Austrocknung der Böden verringert und damit zu einer besseren Grundwasserbildung beiträgt.
Wie wird die EDF die betroffenen Bürgerinnen und Bürger an ihren Planungen und Umsetzungen beteiligen?
Bereits heute stehen wir auf der Website der EDF – www.edf-powersolutions.de/pv-projekt-adelebsen - online für alle Fragen, Anregungen und auch kritische Hinweise bereit. Mit dem Fortschritt des Projekts werden wir – abgestimmt auf die jeweilige Planungs- und Realisierungsphase – weitere Informations- und Dialogangebote für die Anwohnerinnen und Anwohner bereitstellen. Darüber hinaus ist uns der direkte persönliche Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort wichtig. Deshalb suchen wir aktiv das Gespräch, stehen jederzeit für einen direkten Austausch zur Verfügung und nehmen Hinweise und Anliegen gerne auf.
Zudem sind unterschiedliche Formen der Beteiligung und die Verteilung des konkreten lokalen Mehrwerts denkbar. Dazu können beispielsweise Bürger-Beteiligungsprojekte, direkte Strompreisvergünstigungen für Haushalte in den betroffenen Ortschaften – etwa in einer Größenordnung von 20 Euro monatlich bzw. 240 Euro im Jahr – oder gemeinsame Projekte vor Ort gehören, wie beispielsweise eine Unterstützung bei Nutzung und Weiterentwicklung des Alten Ratskellers in Adelebsen.
Zuvor möchten wir gemeinsam mit der Gemeinde das weitere Vorgehen abstimmen und die gesetzlich vorgesehenen Beteiligungsmöglichkeiten sowie weitere rechtlich zulässige Modelle prüfen und diskutieren. Ziel ist es, Lösungen zu entwickeln, die einen möglichst breiten Kreis der Bürgerinnen und Bürger erreicht und ihnen eine nachvollziehbare und möglichst direkte Teilhabe am Nutzen des Projekts und nachhaltige Effekte ermöglichen.
Wo immer dies möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, möchten wir zudem regionale Unternehmen und Handwerksbetriebe einbinden, um einen möglichst großen Teil der Wertschöpfung in der Region zu halten.