Regenerative Energien - Behauptungen gegen Tatsachen

Bedrohungen für Vögel durch Windräder?

Anzahl der nach Todesursache in Deutschland verstorbenen Vögel:

Artenschutz bei Windkraft: Welche Vorgaben gelten?

Der Bau von Windenergieanlagen ist in Deutschland an strenge Genehmigungsverfahren gebunden, die den Schutz von Umwelt und Tierwelt sicherstellen. Insbesondere im Rahmen der Artenschutzprüfung (ASP) steht die Vogelwelt im Fokus. Es wird detailliert untersucht, ob besonders geschützte Vogelarten durch die geplanten Windkraftanlagen gefährdet werden könnten.

Zu den Prüfungen gehören die Analyse von Brut- und Rastgebieten, die Identifikation wichtiger Zugrouten sowie die Untersuchung von Jagdrevieren gefährdeter Arten. Die Artenschutzprüfung berücksichtigt dabei sowohl direkte Gefahren wie Kollisionen als auch Folgen wie Störungen durch Lärm oder Veränderungen im Lebensraum, die durch den Bau der Anlagen entstehen. Werden Konflikte mit dem Artenschutz festgestellt, kann dies weitreichende Konsequenzen haben: Entweder erhalten die Projekte keine Genehmigung oder sie sind umfassend anzupassen. Dazu gehören beispielsweise eine Verlagerung des Standorts, die Einführung technischer Schutzmaßnahmen wie Abschaltautomatiken oder zeitlich begrenzte Abschaltungen, sodass sich etwa während des Vogelzugs keine Rotorblätter drehen.

 

Quellen: BUND, NABU, AWE

Die Mahdabschaltung ist eine staatliche Auflage, die in der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung für Windenergieanlagen (WEA) festgeschrieben ist. Diese Auflage kann verschiedene Bedingungen enthalten, um den Vogelschutz in dem Gebiet zu gewährleisten, in dem die WEA errichtet werden. Zu den zu schützenden Vögeln gehören alle Arten, deren Bestände zum Teil stark gefährdet sind, wie zum Beispiel der Rotmilan oder der Seeadler. Besonders während der Brutzeit müssen diese Vögel geschützt werden, um ihren Bestand zu sichern.Bei einem Mahdereignis wie mähen, eggen oder pflügen, besteht ein höheres Tötungsrisiko durch den drehenden Rotor der WEA für die geschützten Vogelarten. Aus diesem Grund gilt bei betroffenen WEA eine Auflage zur Mahdabschaltung. Bei dieser Abschaltung werden die Anlagen temporär für einen festgelegten Zeitraum vor, während bzw. nach dem Mahdereignis gestoppt. Durch diesen Prozess können gefährdete Vogelarten geschützt werden.
Windenergie-Anlagen müssen zudem mit einer automatischen Abschaltvorrichtung ausgestattet werden, sollte ihr periodischer Schattenwurf theoretisch über 30 Stunden pro Jahr oder 30 Minuten pro Tag auf ein Wohngebäude, eine Schule oder ein Bürohaus fallen. Diese Abschaltautomatik sorgt dafür, dass die tatsächliche Beschattung auf höchstens acht Stunden pro Jahr und 30 Minuten pro Tag begrenzt bleibt. 

Quelle:
WuF Windenergie und Flugsicherheit GmbH
JUWI GmbH

Behauptung:
Die Flügelspitzen von Windkraftanlagen drehen sich so schnell, dass sie erodieren und dadurch giftige und krebserregende Stoffe (Mikroplastik, Verbundfasern, Epoxidharz, PFAS, Bisphenol-A) in die Umwelt gelangen

Bei Regen und Wind wirkt bei den hohen Rotorgeschwindigkeiten (300 km/h) auch schon der Regentropfen wie Schmirgelpapier und lässt kleine Partikel von den Rotorflügeln abtragen. Diese Erosion ist insbesondere für die Betreiber ein Problem, da sie auf Dauer die Effizienz der Anlagen beeinträchtigt. Daher müssen die Flügel zum einen regelmäßig gewartet werden, zum anderen werden die Beschichtungsmaterialien aus Folien und Lacken in verschiedenen Forschungsprojekten immer weiter optimiert.
Der Umfang des Abtrags ist auf aufgrund der verschiedenen Beschichtungen sehr unterschiedlich und kann nur grob geschätzt werden. In Modellrechnungen wurde ein Worst-Case Szenario (heißt "Maximal mögliche schlechteste Situation") genutzt, das sich einfach rechnen lässt. Bei diesem erfolgt ein maximaler Abtrag auf einer Fläche von ca. 10m2 pro Rotorblatt. Daraus lässt sich als obere Grenze ein Materialabtrag von maximal 1.395 t/a für alle rund 31.000 Windkraftanlagen in Deutschland abschätzen. Zum Vergleich dazu beträgt der jährliche Abrieb von Reifen 102.090 t/a und von Schuhsohlen 9.047 t/a. (1, 2)

Auch ist wichtig zu bemerken, dass das Material von Windkraftanlagen im Gegensatz zu vielen anderen Quellen von Mikroplastik nicht auf Atemhöhe stattfindet, sondern insbesondere bei starkem Wind in großer Höhe, wodurch das Material weit verteilt wird und somit die Konzentration sinkt.

Faserverbundstoff:
Flügel von Windkraftanlagen bestehen zu einem großen Teil aus Faserverbundstoffen, d.h. in Epoxidharz getränkte Glas- oder Carbonfasern (GFK bzw. CFK). Zum Schutz gegen die Erosion sind die vorderen Flügelkanten allerdings mit Folien und Lacken beschichtet. Beim Betrieb der Anlage entstehen daher keine großen Menge Stäube aus diesen Faserverbundstoffen, sondern vor allem beim Zersägen oder beim Verbrennen, d.h. beim Recycling oder bei Unfällen. Beim Verbrennen wiederum verteilen und verdünnen sich Carbonfasern so sehr, dass es nicht möglich ist, die Konzentrationen in der Umgebung einer Brandstelle abzuschätzen, während Glasfasern zu ungefährlichen Kügelchen schmelzen.
Aber im Gegensatz zu Asbest, einer mineralischen Faser, die aufgrund ihrer molekularen Struktur dazu neigt, bei mechanischer Einwirkung ihre Länge nach zu teilen und dadurch erst lungengängig und gefährlich wird, handelt es sich bei den Verbundwerkstoffen von Rotorblättern oder Flugzeugen aus GFK um Glas (amorphe Silizium-Strukturen), welches nicht lungengängig ist und auch in jeder handelsüblichen Glasscheibe vorkommt. Selbst wenn sie zerfräst werden, ergibt sich neben dem normalen Staub keine besondere Gefahr.
Auch beim Zerfräsen von Carbonfasern (CFK) entsteht nur ein sehr kleiner Anteil von lungengängigen Bruchstücken, die allermeisten sind zu groß um in die Lunge einzudringen, und selbst die eingedrungenen Bruchstücke weisen keine bis eine geringe toxikologische Wirkung auf, sofern nicht dauerhafte und wiederholte Exposition besteht (z.B. für Rettungspersonal und verarbeitende Berufe). 
Epoxidharz / Bisphenol-A:
Die angebliche Gefährlichkeit des Abriebs von Windkraftflügeln wird außerdem damit begründet, dass sie aus Expoxidharz bestehen, welches als toxisch eingestuft wird. Die als toxisch charakterisierten Stoffe (z.B. Bisphenol-A) sind aber genau die reaktiven Materialien, die dann den Aushärtungsprozess zu einem harten Feststoff ohne Wasserlöslichkeit herbeiführen und dann im fertigen Produkt nach der chemischen Reaktion und Aushärtung als Einzelmoleküle nicht mehr relevant vorhanden sind. Die Giftigkeit bezieht sich also auf den noch flüssigen Werkstoff vor dem Aushärtungsprozess. Dieselben Harze werden auch häufig für kreative Projekte eingesetzt. Prinzipiell können kleine Mengen Bisphenol-A, die sich nicht vollständig mit den übrigen Bestandteilen des Kunststoffs verbunden haben, wieder herauslösen. Allerdings geschieht die Hauptaufnahme von Bisphenol-A über die Nahrung aus Flaschen, Gefäßen und Konservendosen, nicht über Stäube aus Windkraftanlagen – und selbst diese Aufnahme über die Nahrung bewegt sich aber i.d.R. unter Grenzwerten.
Bisphenol-A ist biologisch abbaubar und wird deshalb als freies Molekül aus fein verteilten Stäuben nur sehr schwer den Weg in die Nahrungskette über die Felder finden, eben weil es zuvor biologisch abgebaut wird.
PFAS:
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind eine große Stoffgruppe mit 10.000 Substanzen, die biologisch kaum bis gar nicht abbaubar sind („Ewigkeitschemikalien“). Sie sind insgesamt auch wegen ihrer Vielfalt in ihren Umweltwirkungen und Transportmechanismen bisher nur begrenzt erforscht und kommen in einer nur schlecht erfassten Menge auch in Windkraftanlagen vor. Dort sind sie in Kunststoffe eingebaut. In dieser Form lassen sie sich kaum aus den Partikeln herauslösen. Die meisten in der Umwelt vorkommenden PFAS sind nicht Teil von festen Kunststoffen (Fluorpolymeren), sondern sind z. B. teilweise gut wasserlösliche Hauptbestandteile von Feuerlöschschäumen oder Pflanzenschutzmittel. Deshalb findet man diese Substanzen dann auch in Gewässern oder im Grundwasser. In dieser flüssigen Form allerdings sind sie keinesfalls harmlos. Ein Verbot oder eine Einschränkung der Nutzung von bestimmten PFAS wird umweltpolitisch stark diskutiert und Hersteller arbeiten mit harter Lobbyarbeit gegen weitreichende Einschränkungen. Es gibt keine Hinweise, dass sich der Windkraftbereich als Hauptverbreitungsquelle in Frage kommt, auch wenn die Stoffe in verbauten Materialien eingesetzt werden, dort aber gerade wegen ihrer besonderen Eigenschaften zur Haltbarkeit und Stabilisierung gegen Partikelerosion beitragen. Besonders fraglich ist, ob PFAS, die in den Lacken fest gebunden sind, im Mikroplastik bioverfügbar vorliegen. Dafür gibt es eine ganze Reihe anderer Quellen der Stoffe aus dem Bereich PFAS, an denen eine Beschränkung schnell und ohne relevante Funktionsverluste möglich sein dürfte (Hamburgerverpackungen, Toilettenpapier, Kosmetik, Imprägnierungen).

Fazit:

Abrieb von Windkraftflügeln ist vor allem ein Problem für die Betreiber, nicht für die Umwelt oder gar die Bevölkerung, da die Mengen gegenüber all den anderen Quellen von Mikroplastik vernachlässigbar gering sind und außerdem nicht giftiger sind. Problematische Stoffe werden beim Betrieb nicht freigesetzt, da sie durch Lacke und Folien geschützt sind und außerdem fest im Plastik gebunden sind.

Quelle: eeMAG

Aussage: Die Stromkosten in Deutschland sind wegen dem Leitungsausbau für regenerative Energien so hoch

Ein wesentlicher Treiber der hohen Stromkosten in Deutschland ist eine hohe Steuer- und Abgabenlast. Laut Verivox-Daten entfallen aktuell über 60 Prozent des Strompreises in Deutschland auf Steuern, Umlagen, Abgaben und Netzentgelte. Weitere Bestandteile des Strompreises seien Kosten für Beschaffung, Vertrieb, Service und Dienstleistungen des Lieferanten.

Der Grünen-Politiker Michael Kellner forderte von der Bundesregierung, die versprochene Stromsteuersenkung endlich umzusetzen - "und zwar am besten noch vor Weihnachten". Die Zahlen des Vergleichsportales Verivox zeigen: "Deutschland hat die höchsten Strompreise, und das liegt an der hohen Abgabenlast", sagte Kellner.

Auch Wirtschaftsverbände fordern seit Langem, die Stromsteuer für alle Unternehmen sowie für Haushalte zu senken. Die Strompreise in Deutschland gehörten zu den höchsten weltweit, so Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. Das liege auch daran, dass die Stromproduktion selbst nur etwa ein Drittel des Strompreises für Haushalte ausmache.

Quelle: Tagesschau.de