Die Fixpunkt(e) zur Leistungsmessung für die Kommunalwahlen 2031 in Adelebsen - was haben die Parteien zur Kommunalwahl 2026 in Adelebsen als Ziele benannt - was wurde wann und wie umgesetzt

Der erste Fixpunkt: Mein Fragenkatalog an die Parteien zur Kommunalwahl 2026 in Adelebsen
Dieser Fragenkatalog richtet sich an alle politischen Parteien, die sich zur Kommunalwahl 2026 für die nächste(n) Wahlperiode(n) in Adelebsen aufstellen. Er dient mir persönlich als Grundlage für die Wahlentscheidungsfindung und soll auch Ihnen, den anderen Wählern und Interessierten, eine Hilfestellung bieten. Es geht darum, die Positionen der Parteien zu wichtigen Themen unserer Gemeinde zu beleuchten.
Welche Institionen werden gewählt und mit welchen Aufgaben?
- jeweiliger Ortsrat der Ortsteile des Flecken Adelebsen für Straßenbeleuchtung, Pflege und Gestaltung öffentlicher Plätze, Straßenunterhaltung, Spielplätze, Dorfgemeinschaftshäuser, Empfehlungen und Anträge an den Gemeinderat
- Gemeinderat des Flecken Adelebsen für Gebäude von Kita und Schule, Feuerwehrausstattung und deren Gebäude, Budgetrecht für die Gemeinde, Bauleitplanung, Gemeindeentwicklung und alle anderen wichtige Entscheidungen für den gesamten Flecken Adelebsen
- Bürgermeister vom Flecken Adelebsen ist Leiter der Gemeindeverwaltung und Repräsentant des Flecken Adelebsen. Durch sein Amt ist er auch automatisch Mitglied des Gemeinderates, hat dort aber auch nur eine abstimmungsberechtigte Stimme wie jeder andere Gemeinderat.
- Kreistag für Schulgebäude in Trägerschaft des Landkreises, Gesundheitswesen, ÖPNV, Soziales und Jugend, Umwelt- und Naturschutz sowie Abfallwirtschaft, Kreisstraßen und Infrastruktur, Budgetrecht für den Landkreis und Zukunftsperspektiven des Landkreises.
- Landrat/in ist leitender Wahlbeamter der Landkreisverwaltung und deren Repräsentant.
Quelle:
- Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz

Infrastruktur und öffentliche Einrichtungen
Wie steht es um den Zustand und die Pflege der vorhandenen Infrastruktur? Besonders interessieren mich die Vorstellungen / Pläne bezüglich:
- Straßenbeläge und Beschilderungen.
- Kanalsystem.
- Brücken und Geländer.
- Bürgersteige und Gehwege.
- Öffentliche Beleuchtung.
- Öffentliche Gebäude wie das Rathaus Adelebsen, Schulen, die Schwimmhalle und Kindergärten.
- Der Bürgerpark mit seinen Gerätschaften und Mülleimern.
- Der Ladestraße und der teilweise abgebrannten Farbenbank.
- Der örtliche Feuerwehr samt Fuhrpark, Ausstattung und Gebäuden

Alter Ratskeller und Finanzausstattung von Adelebsen
Ein Thema ist die seit Jahren überfällige Fertigstellung des alten Ratskeller.
- Wird die Finanzierung zeitnah sichergestellt?
- Welche Auswirkungen hat der Leerstand und die dort seit vielen Jahren installierte Mietheizung (ca. 30.000€ Kosten / Jahr) auf den Gemeindehaushalt?
- Gibt es Vorstellungen und/oder Pläne für eine mögliche Übergabe der Immobilie an die Adelebser Immobilien GmbH, eine zeitlich nahe Fertigstellung und Vermietung der Immobilie?
Zu den Gemeindefinanzen möchte ich wissen:
- Was benötigen die Ortsteile des
Flecken Adelebsen (Zuweisungen etc.)? - Wie sieht die Kurz- und mittelfristige Finanzplanung aus?
- Ist eine Steuererhöhung der Grund- und Gewerbesteuer absehbar notwendig (z. B. wegen der finanziellen Belastungen durch Kindergartenneubau, Schwimmhallensanierung, Feuerwehrgerätehäuser, Dorfgemeinschaftshäuser etc.)?
- Wie sind die Vorstellungen und Planungen bezüglich Solar- und Windparks im Verwaltungsgebiet des Flecken Adelebsen? Wie ist die Akzeptanz innerhalb der Bürgerschaft? Welche erwartbaren Einnahmen für den Gemeindehaushalt ergeben sich aus Solar- und Windparks zukünftig?
- Wie sollen die finanzielle Einnahmequellen auf eine breitere Basis gestellt werden, ist z. B. ein Gewerbegebiet in Beratung und Planung für die nächste Zukunft.
Gibt es Planungen für die wirtschaftliche Belebung des Flecken Adelebsen?

Notfallplan, Jugendarbeit und Wildtiere
Ein Notfallplan für Adelebsen samt Ortsteilen ist von großer Bedeutung für die Sicherheit der Bevölkerung. Ich frage nach:
- Ansprechpartnern und Treffpunktschildern.
- Lokalen Informationsmultiplikatoren und freiwilligen Helfern.
- Der Instandsetzung der alten Flutschleusen für Schwülme und Mühlengraben.
Des Weiteren interessieren mich die Pläne zur Jugendarbeit und dem Naturschutz:
- Was läuft schon und was muss noch in Angriff genommen werden? Wie soll Jugendarbeit dauerhaft aufgestellt und finanziert werden?
- Wie denken die Parteien mit Wildtieren in der Gemeinde wie z. B. Biber, Luchs, Wolf, Insekten, Vögeln etc. umzugehen?
Antworten der Parteien und Ortsräte
Nachdem ich alle Parteien und Ortsräte per E-Mail angeschrieben und Bürgermeister Frase gebeten hatte, den Fragenkatalog an alle Ratsmitglieder des Flecken Adelebsen weiterzuleiten, finden Sie hier die eingegangenen Antworten. Die Antworten auf meine Fragen sind immer in der Farbe Grün geschrieben.
von Frase Holger <frase@adelebsen.de> vom 03.08.2026 an mich:
Wie steht es um den Zustand und die Pflege der vorhandenen Infrastruktur? Besonders interessieren mich die Vorstellungen / Pläne bezüglich:
- Straßenbeläge und Beschilderungen. (Ziel: alle 2 Jahre eine Straße, das Budget für neue Straßenschilder ist leider immer zu klein gewählt von der Politik und hat noch nie gereicht, sämtliche defekten Schilder zu erneuern)
- Kanalsystem. (Aufgabe des VEV, die Gemeinde entscheidet das nicht)
- Brücken und Geländer. (Der Rat hat im März 2026 ein Brückensanierungskonzept beschlossen, die Verwaltung wird es entsprechend den politischen Vorgaben abarbeiten.)
- Bürgersteige und Gehwege (Siehe 1. Frage).
- Öffentliche Beleuchtung (Aufgabe der Ortsräte).
- Öffentliche Gebäude wie das Rathaus Adelebsen (Fertig), Schulen (Fertig), die Schwimmhalle (gehört dem Landkreis) und Kindergärten (wenn Adelebsen fertig, geht’s mit Lödingsen weiter, Güntersen ist schon fertig).
- Der Bürgerpark mit seinen Gerätschaften und Mülleimern (keine aktuellen Überlegungen).
- Der Ladestraße und der teilweise abgebrannten Farbenbank (Ende des Jahres soll ein Schadstoffgutachten vorliegen und die Kosten der Sanierung könnten dann beziffert werden).
- Der örtliche Feuerwehr samt Fuhrpark, Ausstattung und Gebäuden (Wenn FGH Eberhausen fertig, dann Barterode, In Adelebsen erst möglich, wenn der Bauhof ausgezogen ist….. Alle politischen Beschlüsse sind in der März 2026 Sitzung gefasst worden).
Ein Thema ist die seit Jahren überfällige Fertigstellung des alten Rathauses (Das ist der Ratskeller, es war nie ein Rathaus). - Wird die Finanzierung zeitnah sichergestellt (nein, kein Geld und kein Konzept vorhanden)?
- Welche Auswirkungen hat der Leerstand und die dort seit vielen Jahren installierte Mietheizung (ca. 30.000€ Kosten / Jahr) auf den Gemeindehaushalt? (Wie schon von Ihnen erwähnt, aufgrund der Heizkosten entsteht eine Reduzierung der gemeindlichen Gelder um etwa 30T€ pro Jahr)
- Gibt es Vorstellungen und/oder Pläne für eine mögliche Übergabe der Immobilie an die Adelebser Immobilien GmbH, eine zeitlich nahe Fertigstellung und Vermietung der Immobilie? (nein).
- Zu den Gemeindefinanzen möchte ich wissen: Was benötigen die Ortsteile des
Flecken Adelebsen (Zuweisungen etc. Budgets)? (deutlich mehr, als sie jetzt erhalten: Ade = 71.600 €, Bar = 34.000 €, Eber = 13.200 €, Erbsen =15.800 €, Gün = 19.900 €, Löd = 21.600 €, Wib = 13.500 € - In Summe also: 189.600 €, enthalten sind darin auch schon 124.900 € für die Straßen. Also bleiben nur 64.700 € für Straßenbeleuchtung, Grünflächenpflege, DGHs usw.)
- Wie sieht die Kurz- und mittelfristige Finanzplanung aus? (Es sind alles Defizite! 2026 = 1,6 Mio. €, 2027 = 1,7 Mio. €, 2028 = 1,5 Mio. €, 2029 = 1,3 Mio. € - in Summe also rund 6,1 Mio € Defizit in 4 Jahren….)
- Ist eine Steuererhöhung der Grund- und Gewerbesteuer absehbar notwendig (z. B. wegen der finanziellen Belastungen durch Kindergartenneubau, Schwimmhallensanierung, Feuerwehrgerätehäuser, Dorfgemeinschaftshäuser etc.) (Soviel Geld wie wir brauchen, ist nicht durch Einsparung möglich, es müssen neue Einnahmen erschlossen werden, wie, dass muss die Politik entscheiden)?
- Wie sind die Vorstellungen und Planungen bezüglich Solar- und Windparks im Verwaltungsgebiet des Flecken Adelebsen? (Es gibt noch keine gefestigte politische Meinung, alle warten auf das Ergebnis des Vorentwurfes. Liegt dieser vor, muss ein Entwurf beschlossen werden, hier muss man zum ersten Mal politisch Farbe bekennen. Dies wird erst nach der Kommunalwahl so weit sein….. Bürokratie in Deutschland)
- Wie ist die Akzeptanz innerhalb der Bürgerschaft? Welche erwartbaren Einnahmen für den Gemeindehaushalt ergeben sich aus Solar- und Windparks zukünftig? (Wenn beide Solarparks gebaut werden, müssten dies so 400.000 € jährlich sein)
- Wie sollen die finanzielle Einnahmequellen auf eine breitere Basis gestellt werden, ist z. B. ein Gewerbegebiet in Beratung und Planung für die nächste Zukunft. (ein Gewerbegebiet wurde insbesondere durch die SPD-Fraktion forciert und insbesondere durch die Grünen-Fraktion bekämpft, das Ergebnis ist, dass nichts passiert ist.)
Gibt es Planungen für die wirtschaftliche Belebung des Flecken Adelebsen? (nein). - Ein Notfallplan für Adelebsen samt Ortsteilen ist von großer Bedeutung für die Sicherheit der Bevölkerung. Ich frage nach:
Ansprechpartnern und Treffpunktschildern. (erarbeitet gerade der Landkreis in Zusammenarbeit mit den Gemeinden, da der Landkreis zuständig ist). - Lokalen Informationsmultiplikatoren und freiwilligen Helfern. (nein).
- Der Instandsetzung der alten Flutschleusen für Schwülme und Mühlengraben. (2015 hat der Rat beschlossen, hier ein Konzept erarbeiten zu lassen. Etwa 2019 war dieses fertig und wurde dem Rat vorgestellt, eine Umsetzung erfolgte bisher nicht).
- Des Weiteren interessieren mich die Pläne zur Jugendarbeit und dem Naturschutz: Was läuft schon und was muss noch in Angriff genommen werden? (Es wurden ein Jugendraum in Barterode und einer in Erbsen geschaffen. In Güntersen haben die Jugendlichen einen Raum ehrenamtlich hergerichtet. In Lödingsen ist ein Förderantrag gestellt, aber noch nicht entschieden. Hier erhalten wir 140.000 € Zuschuss von der EU. Für den Jugendraum in Wibbecke haben wir vor etwa 2 Wochen endlich die Fördergeldzusage bekommen….. Was uns aber wirklich fehlt, ist ein Treffpunkt im Hauptort Adelebsen) . Wie soll Jugendarbeit dauerhaft aufgestellt und finanziert werden? (Die Ferienbetreuung ist seit dem 01.08.2026 Aufgabe des Landkreises. Der Gesetzgeber hat entschieden, nur mit der 1. Klasse anzufangen. 2027 kommt dann die nächste Klassestufe hinzu. Solange ist es noch unsere Aufgabe. In 4 Jahren betreut dann der Landkreis aber alle Kinder des Landkreises und auch der Gemeinde Adelebsen in den Ferien. Die freiwerdenden Arbeitszeiten im Kinder- und Jugendbüro werden wir dann in die Jugendarbeit investieren. Es gibt für uns folglich keine wirkliche finanzielle Veränderung – Tariferhöhungen beim Gehalt mal ausgenommen 😉).
- Wie denken die Parteien mit Wildtieren in der Gemeinde wie z. B. Biber, Luchs, Wolf, Insekten, Vögeln etc. umzugehen? (hier gibt es keine Ansätze)
Stellungnahme der CDU Adelebsen vom 06.08.2026 per eMail von Nicole Schulz:
- Der Flecken Adelebsen mit seinen Ortsteilen steht in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen. Viele öffentliche Einrichtungen und Teile unserer Infrastruktur sind in die Jahre gekommen. Gleichzeitig sind die finanziellen Spielräume der Gemeinde begrenzt. Deshalb braucht es eine Politik, die klare Prioritäten setzt und verantwortungsvoll mit den vorhandenen Mitteln umgeht.
- Herr Frase hat schon vielen Fragen beantwortet, die wir folgt, ergänzen wollen.
- Für die CDU gilt der Grundsatz: Erhalten, was wir haben – investieren, wo es notwendig ist. Wir setzen uns für ein langfristiges Sanierungs- und Unterhaltungskonzept für Straßen, Gehwege, Brücken ein. Für die Straßen erarbeitet die Verwaltung aufgrund unseres Antrags im Dezember 2025 für den neuen Rat ein Konzept. Investitionen müssen nach Dringlichkeit erfolgen und nachvollziehbar priorisiert werden. Ebenso wichtig ist der Erhalt unserer öffentlichen Gebäude – von Schulen und Kindergärten sowie den Feuerwehrgerätehäusern. Auch der Bürgerpark sowie weitere öffentliche Anlagen müssen gepflegt und in einem sicheren Zustand gehalten werden.
- Ein besonderes Augenmerk gilt unseren Freiwilligen Feuerwehren. Sie leisten unverzichtbare Arbeit für die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger. Deshalb müssen Fahrzeuge, Gerätehäuser und Ausrüstung bedarfsgerecht modernisiert und langfristig gesichert werden. Hier hat der Rat bereits Beschlüsse zu gefasst, die noch umgesetzt werden müssen.
- Beim Ratskeller müssen wir mit dem Landkreis wegen des Denkmalschutzes sprechen, da die Vorschriften eine Statik Untersuchung erschwert bzw. die Kosten erhöhen. Hier warten wir auf einen Termin. Wenn die Untersuchung positiv aussieht, gehen wir davon aus, dass wir die Wohnungen zeitnah vermieten können. Damit wäre der Anfang gemacht. Für die Nutzung des vorderen Bereiches liegt noch kein Konzept vor. Ist auch von unserer Seite zurzeit nicht in Planung.
- Die finanzielle Situation der Gemeinde erfordert weiterhin größte Disziplin. Unser Ziel ist es, die Handlungsfähigkeit des Flecken Adelebsen dauerhaft zu sichern. Steuererhöhungen dürfen nur das letzte Mittel sein. Vorrang haben eine solide Haushaltsführung, klare Prioritäten bei Investitionen und die konsequente Nutzung von Förderprogrammen. Gleichzeitig dürfen die Ortsteile bei der Verteilung der finanziellen Mittel nicht benachteiligt werden.
- Beim Ausbau erneuerbarer Energien stehen wir für einen ausgewogenen Kurs. Solar- und Windenergie können einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung leisten. Gleichzeitig müssen Landschaftsbild, Landwirtschaft, Natur sowie die Interessen der Bürgerinnen und Bürger angemessen berücksichtigt werden. Die Gemeinde muss ihre Planungshoheit aktiv nutzen und alle Vorhaben sorgfältig abwägen. Einer Umsetzung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen in der derzeit geplanten Größenordnung werden wir nicht zustimmen.
- Für eine langfristig stabile Finanzbasis müssen wir unsere Wirtschaft stärken. Dazu gehört die Unterstützung bestehender Unternehmen, die Schaffung neuer Entwicklungsmöglichkeiten sowie die Prüfung geeigneter Gewerbeflächen. Wir würden hier gerne in der Ladestraße oder in Lödingsen weitere Gespräche führen wollen.
- Beim Notfallplan müssen wir die Ergebnisse des Landkreises abwarten. Eine Erweiterung durch den Flecken Adelebsen muss dann in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr geprüft werden.
- Der Flecken Adelebsen ist in der Jugendarbeit gut aufgestellt. Wir wollen bestehende Angebote stärken und weiterentwickeln. Gleichzeitig müssen Finanzierung und personelle Ausstattung dauerhaft gesichert sein. Treffpunkte für Jugendliche und eine enge Zusammenarbeit mit Vereinen und Ehrenamtlichen sind wichtige Bausteine einer erfolgreichen Jugendpolitik. Wir sind gespannt, wie der vom Rat genehmigte Container für den TSV Adelebsen von den Jugendlichen angenommen wird. Hier könnte man für einen weiteren Treffpunkt für Jugendliche in Adelebsen in Zusammenarbeit mit dem Jugendbüro aufbauen.
- Für den Schutz von Arten wie Biber, Luchs oder Wolf muss mit den berechtigten Interessen von Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Bevölkerung in Einklang gebracht werden. Hier sehen wir aktuell keinen Handlungsbedarf für den Flecken Adelebsen.
Unser Anspruch ist klar: Wir wollen den Flecken Adelebsen mit seinen Ortsteilen verantwortungsvoll weiterentwickeln. Mit soliden Finanzen, einer funktionierenden Infrastruktur, einer starken Wirtschaft und einer Politik, die Entscheidungen transparent trifft und die Menschen vor Ort einbindet.
gez. Nicole Schulz im Namen der CDU Adelebsen und Ihre Kandidaten/innen
Stellungnahme der Grünen vom 10.08.2026 per eMail von Andrea Ströbele
- Infrastruktur und öffentliche Einrichtungen: Bezüglich der Instandhaltung der Straßen, Bürgersteige, Brücken usw. gibt es eigentlich keinen Dissens. Alle wollen, dass diese Infrastruktur erhalten und nach Möglichkeit verbessert wird. Leider
fehlen uns oft sowohl die finanziellen als auch die personellen Ressourcen zur Umsetzung. So wurden
viele von der Politik beschlossene Bauprojekte immer wieder verschoben, da die Verwaltung diese
nicht zeitnah umsetzen konnte. Priorisiert werden, und auch da besteht weitgehende Einigkeit,
jeweils die Projekte, für die wir erhebliche Zuschüsse bekommen, so z.B. die Straßensanierung in
Wibbecke im Rahmen der Dorfregion. Wir Grüne wollen umweltfreundliche Mobilität fördern und
werden uns zusätzlich in Zukunft verstärkt für eine Verbesserung des Radwegenetzes und die
Installation von E-Ladesäulen einsetzen. - Bei den öffentlichen Gebäuden haben für uns Investitionen in die Zukunft unserer Kinder Priorität.
Der umfassende Umbau der Grundschule ist inzwischen weitgehend abgeschlossen. Nach Abschluss
der Sanierung der Schwimmhalle durch den Landkreis liegt die Neugestaltung des Schulhofes an. Wir
werden uns hier für eine weitgehende Entsiegelung der Schulhoffläche und eine naturnahe
Neugestaltung unter Einbeziehung der Ideen der Kinder stark machen. Aktuell wird hier auch schon
die Regenwasserableitung erneuert und für künftige Starkregenereignisse fit gemacht. Den Schulhof
möglichst schattig und grün zu gestalten dient auch dem immer wichtiger werdenden Hitzeschutz. - Den Neubau des St. Martinikindergartens hätten wir gerne etwas kleiner gestaltet und statt der 6.
Gruppe lieber noch einen Waldkindergarten angeboten. Das war leider bisher nicht mehrheitsfähig.
Eine Kindergartengruppe im Wald bleibt aber weiterhin unser Ziel.
Die seit mehr als 5 Jahren geplante Sanierung der Kita Lödingsen haben wir immer wieder
angemahnt, trotzdem wurde sie bis jetzt nicht umgesetzt (siehe oben). 2027 soll es nun endlich
soweit sein – wir bleiben dran. - Zur Feuerwehr ist zu sagen, dass alle Feuerwehrgerätehäuser aktuell nicht den geltenden Standards
entsprechen. Einen Neubau wie in Eberhausen werden wir uns nicht für alle Ortsteile leisten können.
Priorität haben jetzt die Stützpunktfeuerwehrhäuser in Barterode und Adelebsen. Für Adelebsen gibt
es bereits Umbaupläne, die allerdings einen Auszug des Bauhofs erfordern. Für Barterode wird
geprüft, ob ein Anbau/Umbau möglich ist, oder dort neu gebaut werden muss. Für den Bauhof
warten wir auf ein immer noch nicht vorliegendes Konzept, (obwohl es seit Jahren einen
entsprechenden politischen Beschluss gibt), aus dem ersichtlich ist, welche Aufgaben zukünftig
sinnvollerweise von der Gemeinde selbst übernommen und welche fremd vergeben werden sollten.
Erst auf dieser Grundlage lässt sich der zukünftige Bedarf des Bauhofs an Räumlichkeiten, Maschinen
und Personal ermitteln. - Die Grundstücke an der Ladestraße sind überwiegend nicht Eigentum der Gemeinde. Vor einem
möglichen Kauf soll die Bodenbelastung und damit etwaige zukünftige Kosten geprüft werden. Bei
positivem Ergebnis sehen wir hier das Potential für die Entwicklung einer attraktiven Gewerbefläche.
Alter Ratskeller und Finanzausstattung von Adelebsen: Der alte Ratskeller ist leider ein trauriges Beispiel für das Zusammenspiel von fehlenden Ressourcen und bürokratischen Hürden, die in diesem Fall zu jahrelangem Stillstand und möglicherweise
vermeidbaren Kosten geführt haben. Wann eine Sanierung und neue Nutzung möglich sein wird, lässt sich leider noch nicht absehen. Da nicht alles gleichzeitig möglich ist, steht das Gebäude aktuell nicht an erster Stelle der Prioritätenliste. Diese Entscheidung war im aktuellen Rat einvernehmlich. - Die finanzielle Situation nahezu aller Kommunen in Deutschland ist dramatisch. Adelebsen ist da
leider keine Ausnahme. Schuld an dieser Misere ist nicht die mangelhafte Haushaltsführung, sondern
eine strukturelle Unterfinanzierung: Die Kommunen in Deutschland leisten einen überproportional
hohen Anteil an gesamtgesellschaftlichen Aufgaben (beispielsweise 50% der gesamten öffentlichen
Bauinvestitionen), erhalten aber nur ein Siebtel des gesamten Steueraufkommens. Die
Kostensteigerung der letzten Jahre bei Personal- und Sachkosten konnten von den steigenden
Einnahmen nicht aufgefangen werden und hat die Not massiv verschärft. Wer in dieser Situation dem
Wähler solide Finanzen verspricht, muss eigentlich wissen, dass er dies aus eigener Kraft nicht wird
einhalten können. Wer, wie Herr Frase, die von der Politik mangelhaft ausgestatteten Budgets und
gleichzeitig die defizitären Haushalte beklagt, zeigt leider auch keinen Ausweg aus dem Dilemma auf.
Die Grünen fordern auf Bundes- und Landesebene seit längeren eine grundlegende Reform der
Kommunalfinanzierung, ohne die es nicht gehen wird. Es kann z.B. nicht sein, dass wir ständig neue
(durchaus begrüßenswerte) Aufgaben übertragen bekommen (wie z.B. Ganztagspflicht,
gebührenfreie Kitas), aber keine ausreichende Gegenfinanzierung durch den Auftraggeber. Das
Problem ist wohl auf höherer Ebene inzwischen im Blick, ob es zu einer Lösung kommt muss man
sehen. Hier vor Ort bleibt uns nur der Weg, die vorhandenen Ressourcen möglichst effektiv einzusetzen.
Sparen ja, aber nicht bei Zukunftsinvestitionen wie Kinder- und Jugendarbeit, Klimaschutz und
Klimaanpassungsmaßnahmen. Stattdessen Effizienzsteigerung durch Bürokratieabbau und mehr
interkommunale Zusammenarbeit. Einnahmen erhöhen, aber nicht auf Kosten der Bürger, sondern
z.B. durch Beteiligung an Gewinnen aus erneuerbaren Energien. Letzteres war das Bestreben unserer
Fraktion mit dem Vorschlag einer Beteiligung an der neuen Bürgerenergiegenossenschaft, der leider
bisher keine Mehrheit gefunden hat. Selbstverständlich müssen hier unterschiedliche Interessen
abgewogen werden. Unsere Position zu den geplanten Solarparks haben wir im Dezember bereits
veröffentlicht, sie ist auf Crossiety und unserer Webseite zu finden (https://grueneadelebsen.de/solarparks-in-adelebsen-energiewende-ja-aber-mit-augenmass-undbuergerbeteiligung/). 120 ha Freiflächen PV wird es auch mit uns Grünen nicht geben.
Die weitere Ansiedelung von Gewerbe in Adelebsen ist ausdrücklich erwünscht. Da es gerade bei
gewerblichen Flächen viel Leerstand in Adelebsen gibt, sollte zunächst die Nutzung dieser bereits
versiegelten Fläche attraktiver gemacht werden. Weiterhin sollten bestehende Innerortsflächen wie
die Ladestraße entwickelt werden. Auch kleineren neu zu erschließenden Flächen stehen wir nicht
ablehnend gegenüber. Die von der SPD favorisierte Fläche am Stöcken halten wir aber für deutlich
überdimensioniert. Für Kauf und Erschließung wäre hier eine Investition von 5 – 10 Millionen Euro
erforderlich, mehrere Hektar Ackerboden würden neu versiegelt werden, und das ohne zu wissen, ob
es überhaupt ausreichend gewerbliche Interessenten dafür gibt. Wenn wir mit unserer dreiköpfigen
Ratsfraktion dieses Projekt verhindern konnten, dann wohl, weil wir die besseren Argumente hatten. - Notfallplan, Jugendarbeit und Wildtiere: Mit dem Thema Notfallplan haben wir uns bisher noch nicht
auseinandergesetzt. Wir geben Ihnenaber recht, dass dieses Thema auf die Agenda gehört.
Um möglichst selten in Notfallsituationen zu geraten, sind präventive Maßnahmen heute wichtiger denn je.
Unsere Fraktion hat in der letzten Ratssitzung einen Antrag zur Erstellung eines Starkregenkonzeptes eingebracht, der auch
mehrheitlich angenommen wurde. Maßnahmen aus diesem und dem bereits bestehenden
Klimaschutzkonzept müssen dann Schritt für Schritt umgesetzt werden. Aktuell wird für jeden
spürbar, wie wichtig Hitzeschutzmaßnahmen sind: Entsiegelung von Flächen, Begrünung von
Fassaden und Dächern, Schaffung von Naturoasen in den Ortskernen, … das alles kann helfen, durch
Hitze verursachte Notfälle und Hitzetote zu vermeiden. - Zum Thema Jugendarbeit haben wir uns mehrfach öffentlich geäußert – im Rahmen der Debatte um
die Mosquitogeräte und mit unserem Antrag zur Einrichtung eines hauptamtlich begleiteten
Jugendtreffs in Adelebsen, ebenfalls nachzulesen auf Crossiety und auf unserer Webseite
(https://gruene-adelebsen.de/adelebsen-bietet-viel-fuer-jugendliche-aber-nicht-genug/). Uns liegt
daran, auch diejenigen Kinder- und Jugendlichen zu erreichen, die durch das Netz der bestehenden
Angebote fallen. Ein ehrenamtlich vom TSV betriebener Container, den wir ebenfalls unterstützten,
kann das nicht leisten. Hier zu sparen ist für uns keine Option und längerfristig auch wirtschaftlich
nicht sinnvoll. Was es braucht sind geeignete Räumlichkeiten, in denen auch das Kinder- und
Jugendbüro Platz findet, und eine zusätzliche Personalstelle für eine männliche Kraft.
Fördermöglichkeiten für beides gibt es! - Zum Umgang mit Biber, Luchs und Wolf sehen wir auf kommunaler Ebene derzeit keinen
Handlungsbedarf. Seit 2019 ist Adelebsen laut Ratsbeschluss „insektenfreundliche Gemeinde“. Die
Maßnahmen zur Umsetzung sind leider bis jetzt überschaubar geblieben. Die Verwaltung wurde
beauftragt ein Konzept zu erstellen, was leider noch nicht geschehen ist. Wir haben immer wieder
angemahnt, die Pflege aller gemeindeeigenen Grünflächen insektenfreundlich zu gestalten, d.h. wo
immer möglich nur 1-2mal jährlich zu mähen und das Mähgut konsequent zu entfernen, um die
Flächen auszumagern. Diese Maßnahme wäre einfach umzusetzen, ressourcensparend und sehr
effektiv. Dies gilt auch für sogenannte „wilde Ecken“, Totholzstapel, Steinhaufen, u.ä., die Insekten
Unterschlupf und Nistplätze bieten. Leider fehlt es hier oft an Verständnis und auch Akzeptanz, da
insektenfreundliche Flächen nun mal eher nicht „ordentlich“ aussehen. Viele Vogelarten ernähren
sich von Insekten, so wäre doch mit mehr Insektenfreundlichkeit auch diesen geholfen.
Für den Ortsverband Adelebsen von Bündnis 90 / Die Grünen
Andrea Ströbele, Fraktionsvorsitzende und Vorstandsmitglied

Der zweite Fixpunkt
Jahr für Jahr werde ich ab jetzt kontinuierliche Berichte hier einpflegen - was wurde im Wahlkampf zur Kommunalwahl 2026 von den politischen Parteien und / oder Wählergemeinschaften versprochen und was wurde wie umgesetzt.